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... Staubtrockene Wüstenluft. Brennend heiße Sonne. Elona. Geduckt kniete ich hinter dem Kamm einer Düne. Ich spürte den heißen Sand an meinen Händen, auf meinen Wangen und auch meine Haare waren voll davon. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. Neben mir der große schwarze Mann in strahlendweißer Rüstung. Er grinste - eigentlich tat er das immer. Wahrscheinlich dachte er sich wieder: "Kleine weiße Frau. Sonne nicht gewöhnt, ha?" Dabei hatte man mich zu Hause wegen meiner dunkleren Hautfarbe so oft belächelt - hier ist das wohl anders. Geklimper von Kettenhemd und das Stampfen von schweren Stiefeln holte mich wieder zurück. Koss nickte in die Richtung und wir drückten uns weiter in den Sand. Eine Patrouille von in rot gekleideten Männern und Frauen schritt an uns vorüber. Einer von Ihnen hielt kurz an und blickte sich um. Instinktiv schlug mein Herz höher: Verstecken, verfolgt werden, um sein Leben fürchten - mal wieder. Kurz sah ich zu unseren Gefährten, die etwas weiter unten ausharrten. Ihre weißen Rüstungen blendeten mich fast und ich fragte mich, ob man uns nicht schon längst gesehen hatte. Ich wurde gestupst - eigentlich hatte ich Mühe mich auf den Beinen zu halten. "Jetzt" murmelte der dunkle Riese. Meine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf die andere Seite der Düne. Die Wachen waren fortgezogen und nur noch ihre Fußabdrücke erinnerten an ihre Anwesenheit. Im Tal stand eine kleine Pyramide. Selbst mir reichte ihre Spitze nur bis zum Hals. Man hatte mir geklärt, dass es sich dabei um eine kleine Falle handelte und unser Weg führte wohl an mehreren dieser kleinen Biester vorbei. Aber man hatte mir Werkzeug und eine Anweisung zum Entschärfen mitgegeben. "Na, geh schon," drängelte Koss. Ich rappelte mich auf und rutschte vorsichtig die Düne herunter. Warum machte ich das eigentlich? Weil Du immer nicht nein sagen kannst. Ich erreichte die Falle und hörte einen uralten Mechanismus klickern. Jetzt nur kein Fehler. Langsam packte ich mein Werkzeug aus. "Es ist ganz einfach," hatte der Mann in Blau gesagt. Vorsichtig machte ich mich ans Werk. Nur mit dem kleinen Eisenteilchen das andere im richtigen Moment etwas drück.. "IN DECKUNG!" brüllte Koss und es machte "klack". Die Falle tat - nichts. Aber während ich noch darüber nachdachte was genau Koss meinte, hörte ich ein leises Zirren in der Luft welches näher kam. "Verdammt, auf den Boden! Sag ich." Ich warf mich hin und wählte meine eben entschärfte Falle als Deckung. Unsanft landete ich auf dem Boden, welcher zu beben begann. Ein Belagerungsgeschoss war wohl sehr dicht bei mir eingeschlagen. Dann wurde mir schwarz vor Augen." ...Laut grölende Schlachtenschreie. Scheppernde Schuppenpanzer. Elona? Langsam rappelte ich mich auf. Mein Kopf dröhnte, meine Beine schmerzten - um mich herum war Kampf, Krieg und Dreck. Auf meiner Brust lag ein speckiger Lederbuckler - zerschließen, zerstört, gebrochen sowie der Arm, der den Schild einst getragen hat. Langsam wurde mein Geist wieder klar: Belagerung, Angst und Hunger. Der Ausfall. Der Ausfall! Ruckartig stand ich auf, meine Beine trugen mich kaum. Meine gute Hose aus Cantha hing in Fetzen, war von Blut getränkt. Mein Oberschenkel hatte eine tiefe Wunde, aber ich musste hier weg. Nur wohin? Ich blickte über das Schlachtfeld. Der Geruch von Tod und Blut drang in meine Nase, aber ich hielt meinen Drang mich zu übergeben zurück. Wo waren die Anderen? Ich erkannte Freunde. Freunde tot am Boden liegen. Freunde, die mir vor wenigen Stunden noch Hoffnung gaben. Ich stolperte weiter, meine Waffen hatte ich verloren. Ein kurzes Stoßgebet zu Dwayna gab mir Kraft. Zum Schutz packte ich mir ein Schild, das einst dem Feind gehörte und bahnte mir meinen Weg durch Pfeil- und Speerhagel. Nicht weit machte ich einen kleinen Turm aus. Dort wollte ich Schutz suchen. Doch dort als ich den Turm fast erreicht hatte, begann der Boden erneut zu beben. Ich stürzte, fand an meinen Schild Halt. Das Beben wurde stärker und ich sah wie sich der Boden vor mir auf tat. Abscheulicher Gestank kam mir aus dem Riss entgegen und ich hörte ein Grollen wie aus den Tiefen der Höllen. Neugierig blickte ich auf den Grund, in das Loch. Ich erstarrte. Heraus schoss eine riesige Wurzel, ein Tentakel, eine Abscheulichkeit. Es schob an mir vorbei - hoch in den Himmel. Dieser Finger der Zerstörung warf sich gegen den Turm. Wieder bebte die Erde, ohrenbetäubender Lärm: Krachen, Schreie der Verzweiflung sowie ein unmenschliches Brüllen. Dann versank alles im gelben Sand und Staub der Wüste... "Hey, hey, was ist!?" Das Straßengewirr von Kaineng hatte mich wieder: Marktgeschrei, spielende Kinder, Hundegebell und der Geruch nach Straßendreck. Mein Gefährte hielt mich fest an den Schultern, ich sah Besorgnis in seinen grauen Augen: "Alles in Ordnung? Sag Deiner Dwayna, ich mag es nicht wenn Du solche Visionen hast. Was war denn?" Ich brachte nur ein Flüstern über die Lippen: "Nightfall comes." |
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