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~Ausgabe 36~
Geheimer Kult ausgemacht
Wanderer stießen am gestrigen, frühen Abend, zufällig auf eine geheime Kultstätte in den Bergen Canthas. Sie trauten ihren Augen kaum, aber es befanden sich drei geheimnisvolle, in dunkle Gewänder gehüllte Gestalten vor einer Art Altar. Dieser Altar wurde durch magisch erhellte Lampen bestrahlt und ein einzelner Lichtstrahl fiel durch den wolkenverhangenen Himmel auf eine unheimliche, grüne Urne.

Die Wanderer hörten Gemurmel von den drei Gestalten und meinten dunkle Beschwörungsformeln zu erkennen. Dann griff eine der Gestalten in die Urne, verharrte kurz und zog etwas heraus. Nach einer kurzen Stille holte die Gestalt mir der Hand aus und verpaßte der Nächsten eine schallende Ohrfeige.
Die heimlichen Beobachter machten sich sofort auf zur nächstgelegenen Stadt und holten die dortigen Wachen. Diese stürmten kurze Zeit später den Kultplatz und nahmen die drei geheimnisvollen Gestaltet fest. Nach genauer Befragung stellte sich heraus, dass die drei geheimnisvollen Gestalten einfache Bauern aus der Umgebung waren, die sich zum „Trallewatsch“ spielen getroffen hatten. Diesen Ort haben sie sich angelegt, damit sie ungestört spielen können, ohne dass ihre Ehefrauen sie finden und an den Ohren wieder zur Feldarbeit ziehen. Die angeblichen Beschwörungsformeln waren lediglich die Bietschritte, die währen des Spieles anfallen. Als der Verlierer dieser Runde feststand, wurde in die grüne Urne, die sich als normale Vase entpuppte, gegriffen und ein hartes, aber ungerechtes Urteil gezogen. Dieses steht auf einen von vielen Zetteln, die vor Spielbeginn in die Vase gefüllt werden. Dort gibt es Strafen wie: „küsse deinen Nachbarn zur Linken“ oder „setze einmal beim Pinkeln gehen aus“ oder eben „du erhältst von deinem Nachbarn rechts eine schallende Ohrfeige“. Die Höchststrafe ist übrigens eine romantische Nacht mit der eigenen Ehefrau.
Die magischen Lampen sind nichts anderes als mit Kerzen oder Glühwürmchen bestückte Minialtare, die es beim vergangenen Drachenfest in Cantha an jeder Ecke zu gewinnen gab. Lediglich der einzelne Lichtstrahl war nicht geplant und so wurden die drei vorsichtshalber zu einer Geldstrafe von je 100 Goldstücken wegen geheimen Spielens verurteilt. Dieses Bußgeld dient aber eher dafür daß die Wachen das Versteckt nicht an die Ehefrauen ausplaudern, als zur Strafe wegen heimlicher Spielerei.
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